13/11/2017
photo mariette leuck

Hei ass Radio Lëtzebuerg …

… Gong …

Hei ass Radio Lëtzebuerg op Mëttelwellen 208 Meter 1439 Kilohertz

… Gong …

Dës Uso huet nom Krich fir esou munnech Familljen de Feierowend agelaut. Well deemools huet de Radio nach net de ganzen Dag gesent. Ëm 6 Auer owes goufen et Neiegkeete vun heiheem an aus der Welt. Eng laang Zäit koumen duerno Suchmeldungen, d. h. et si laang Lëschte gelies gi mat Nimm vu vermëssten Ëmgesidelten oder Jongen, déi nach a Russland hätte kënne sinn. Esou munchereen huet och vu wäit ewech geschriwwen, fir gewuer ze ginn, wou seng Leit vun heiheem dru wieren. Op déi Manéier konnte Familljen erëm zesummefannen, oder si wossten, datt se sech hu misse mat enger grousser Enttäuschung aussernee setzen. Mir Kanner konnten net esou vill domat ufänken, mä mir hunn dach gespiert, wéi eescht déi Saach war. No an no goufen déi Lëschte méi kuerz an hu sech vum selwen opgeléist. Weiterlesen

22/09/2017
Findel

America, America, God shed His Grace on thee …

In den Nachkriegsjahren war Amerika nicht nur in seiner Nationalhymne, sondern auch in den Augen der meisten Europäer ein begnadetes Land. Noch gingen Briefe hin und her zwischen ganzen Familien und so manchem Befreier, mit dem sie sich angefreundet hatten … falls die Sprachenbarriere überwunden werden konnte. Wenn nicht, war es auch nicht schlimm, denn die Kinder erinnerten sich an Schokolade, Kaugummi und an die Jeeps mit oft recht flotten „Boys“. So manches Mädchen träumte davon, die Enge der Nachkriegswelt an der Seite eines GIs in Richtung „Neue Welt“ zu verlassen. Dies zumindest so lange, bis hier die braunen Babys nachdunkelten oder junge Bräute in Briefen – verhalten – berichteten, dass auch jenseits des Ozeans nur mit Wasser gekocht werde. Weiterlesen

25/01/2016
Reh

Ein eigenes Poesiealbum hatte ich nicht

Zwischen dem 5. – 6. Schuljahr und den ersten Lyzäumsklassen, etwa bis zum Passageexamen, kursierten in den Mädchenklassen Poesiealben, in denen sich die Freundinnen verewigten.

An einem schulfreien Nachmittag brütete ich über einem solchen Album und konnte nicht viel damit anfangen. Was schrieb man da hinein? Ich blätterte es von hinten nach vorne durch. Da waren über zwei Seiten Vergissmeinnichte gemalt und dazwischen stand: „Rosen, Tulpen, Nelken, diese Blumen welken, nur die eine nicht und die heißt Vergissmeinnicht.“ Weiterlesen

19/10/2015
Handschuhe

Nanns Märri strickte immerfort

Nanns Märri wohnte mit ihrem Mann Pieri und einer Kinderschar in Eisenborn in einer Leibeigenenhütte, die es um 1920 noch gab. Die Hütte stand in der „Schnuddelgaass“, die damals nicht geteert war. Man kann sich vorstellen, wie sie bei regnerischem Wetter aussah: man konnte im Lehm schlittern. Von der Straße aus sah man Märris Bett an der Wand stehen, denn die Tür stand meist offen. Morgens schleuderte Märri mit großer Geste den Inhalt eines riesigen Nachttopfs in die Gasse. Weiterlesen

19/01/2015
GrandDuchesse2

De roude Léiw

In den Nachkriegsjahren feierten wir „Kinneksgebuertsdag“ auch tatsächlich am Geburtstag von Großherzogin Charlotte, am 23. Januar. Die Atmosphäre war anders als heute. Es war kalt, die Tage hatten eben erst angefangen, länger zu werden, und wer abends zum Fackelzug wollte, musste sich warm anziehen. Eine gewisse Feierlichkeit lag in der Winterluft. Weiterlesen

08/12/2014
Schof_Leekoll

Winterfeste

Im Leben kleiner Kinder waren damals zwei Feste besonders wichtig: Weihnachten und Ostern. Auf Namenstage wurde man höchstens hingewiesen. Vielleicht erzählte ein Familienmitglied, der Lehrer oder Pfarrer eine Begebenheit aus dem Leben des heiligen Schutzpatrons und endete mit einer Ermahnung zum Bravsein. Von Geburtstagen ging kaum die Rede. Aber, wenn nach dem Allerheiligenfest – dem Fest aller Patrone – die Tage kurz waren und abends der Himmel glühte, stand fest, dass die Engel nun für den hl. Nikolaus und das Christkind zu backen anfingen. Weiterlesen