13/03/2017
Rumm2

Im Waisenhaus “Op der Rumm”

Nach dem Tod meiner Mutter im Juli 1927 verwahrlosten wir Kinder zusehends. Ich war 10, meine beiden Brüder 7 und 4 Jahre alt.

Ende November 1928 fielen zum ersten Mal die Worte: „Wanns de virun esou frech bass, da kënns de op d’Rumm“. Der Briefträger hatte einen Brief mit der Aufschrift: „Sozialamt der Stadt Esch/Alzette“ abgegeben! Am Neujahrstag 1929 brachte man mich und meinen Bruder ins Waisenhaus auf dem Rahmplateau in Luxemburg, der jüngste Bruder folgte erst sechs Monate später. Damit endete eine schlimme Periode meines noch jungen Lebens, die ich bis heute nicht vergessen kann. Weiterlesen

15/05/2014
Bertha Poiré in ihrer Arbeitsdienstuniform

Ein ereignisreiches junges Leben

Ostern 1924

Meine Eltern, Anna Streitz und Charles Poiré, heirateten am 20. Mai 1920. Meine Mutter war eine tüchtige Näherin, aus diesem Grunde hatte sie erst später geheiratet. Mein Vater war Bauunternehmer. Er arbeitete mit zwei Arbeitern aus dem Nachbarsdorf. Heute steht noch immer ein Haus in Senningerberg, welches mein Vater gebaut hat.

Mein Vater arbeitete öfters in Frankreich, denn damals wurde noch nicht so viel in unserm Land gebaut. Er und sein Schwager Mathias Grethen beschlossen, für ein Jahr ganz nach Frankreich arbeiten zu gehen. Jeden Monat schickte Vater meiner Mutter das Geld zum Leben. Mein Bruder Jean-Pierre war damals erst zwei Jahre alt. Als aber wieder mehr Arbeit in Luxemburg war, kamen sie zurück nach Hause.

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